
Jean-Baptiste Camille Corot · PD
Die Brücke von Narni
Details
Die Geschichte
Als Corot dieses Bild 1827 auf den Pariser Salon schickte, musste eine Landschaft noch komponiert sein, nicht bloß gesehen. Den Herbst zuvor hatte er in Italien vor dem Motiv verbracht: die zerbrochene römische Brücke über den Fluss Nera bei Narni in Umbrien. Dort entstand eine kleine Ölstudie unter freiem Himmel, heute im Louvre, rasch und ganz dem Augenschein verpflichtet. Dieses Gemälde dagegen baute er im Atelier zusammen. Er rückte Bäume an die Ränder, legte ein warmes, gleichmäßiges Licht über das Tal und stellte einen Hirten mit seinem Vieh an das Ufer. Der gebrochene Bogen der Augustusbrücke steht noch in der Ferne, trägt nun aber eine ideale Landschaft statt eines beobachteten Ortes. Denselben Blick hatte schon sein Lehrer Michallon einige Jahre früher gezeichnet.




