
Paul Cézanne · PD
Die Kartenspieler
Details
Die Geschichte
Kartenspieler gehörten zum festen Repertoire der niederländischen und französischen Genremalerei des 17. Jahrhunderts, meist als lärmende Wirtshausszene mit Wein und Falschspiel. Im Musée Granet in Aix-en-Provence, Cézannes Heimatstadt, hing ein solches Bild von Mathieu Le Nain, das er vermutlich gut kannte. Um 1890 griff Cézanne das Thema auf dem Jas de Bouffan auf, dem Landsitz der Familie vor der Stadt. Modell saßen ihm Bauern aus der Gegend, einige davon arbeiteten auf dem Gut. Bei ihm wird nicht geredet, kaum eine Hand bewegt sich. Von den fünf Gemälden der Serie zeigen nur zwei mehr als zwei Figuren, dieses hier und ein größeres in der Barnes Foundation in Philadelphia. Lange nahm man an, Cézanne habe groß begonnen und die Szene dann verknappt. Röntgen- und Infrarotaufnahmen fanden unter der Farbe jedoch eine tastende Bleistiftvorzeichnung, weshalb dieses Bild heute eher als Vorstufe des Barnes-Gemäldes gilt. Anders als dort tragen hier alle Männer am Tisch einen Hut.




