
Der Corsini-Becher
Details
Die Geschichte
Wie hoch man solche Becher schätzte, weiß man von Plinius dem Älteren. Der römische Gelehrte erwähnt zwei Becher des griechischen Silberschmieds Zopyros mit dem Gericht über Orestes und gibt ihren Wert mit 1.200.000 Sesterzen an, und ein Legionär verdiente damals rund 900 im Jahr. Das Museum hält diesen Kantharos sehr wahrscheinlich für einen der beiden.
Die Geschichte stammt aus der Orestie des Aischylos. Orestes hat seine Mutter Klytaimnestra getötet, die mit ihrem Liebhaber seinen Vater Agamemnon ermordet hatte, und seither jagen ihn die Erinyen. In Athen kommt er vor Gericht, und die Göttin Athene gibt die Stimme ab, die ihn freispricht.
Gefunden wurde der Becher 1759 beim Hafen von Anzio, an der Küste südlich von Rom. Im selben Jahr zeichnete ihn Thomas Jenkins, ein englischer Maler und Kunsthändler in Rom, für die Society of Antiquaries in London. Nach seiner Notiz zogen ihn Fischer vor Nettuno, gleich neben Anzio, mit ihren Netzen aus dem Meer, und er gehörte schon Kardinal Corsini. Jenkins beschrieb auch die Machart. Die Figuren sind aus dem Silber getrieben und mit dem Meißel nachgearbeitet, und innen sitzt ein eigener glatter Becher, der die raue Rückseite des Reliefs verdeckt. Die federnden Henkel halten ihn, sodass man ihn herausnehmen kann.