
Die Kreuzigung
Details
Die Geschichte
Joachim Beuckelaer kennt man für Küchen und Marktstände, in denen die biblische Geschichte zu ein paar winzigen Figuren im Hintergrund schrumpft. Auf dieser kleinen quadratischen Tafel ist es umgekehrt. Das heilige Thema füllt das ganze Bild, und als fertiges Gemälde war es wohl nie gedacht. Der Louvre spricht von einem Modello, einer Vorlage in wenigen, gedämpften Tönen, vielleicht für einen Kupferstecher bestimmt.
Die Komposition zerfällt in zwei Hälften. Links hängen die beiden Schächer an groben Baumstämmen, zu ihren Füßen hantieren Soldaten, einer beugt sich über einen Korb mit Werkzeug. Rechts steht das Kreuz Christi, darunter sinkt Maria in die Arme des Johannes und der heiligen Frauen, dahinter liegt eine ummauerte Stadt auf den Hügeln. Beuckelaer hat jede Hälfte noch einmal in einer eigenen Zeichnung wiederholt. Beide besitzt ebenfalls der Louvre, vielleicht waren es Entwürfe für Glasfenster. Eine fast gleiche, zwei Jahre ältere Fassung von deutlich schwächerer Qualität kam 1927 in Brüssel zur Versteigerung. Auf dieser Tafel setzte er sein Monogramm und die Jahreszahl 1567 auf einen Baumstamm unten rechts.




