
Henry Wallis · PD
Der Tod des Chatterton
Details
Die Geschichte
Thomas Chatterton war 17, als er 1770 in einer Londoner Dachkammer Arsen schluckte, ein Dichter, zu arm zum Essen und zu stolz, es zuzugeben. Um 1850 war er den jungen Romantikern zu einer Art Schutzheiligem geworden, das Wunderkind, das die Welt hatte verhungern lassen. Henry Wallis zeigt ihn im Augenblick kurz nach dem Tod, zerrissene Manuskripte über den Boden verstreut, durch das kleine Fenster steigt der Morgen über die Dächer. Modell stand ein damals unbekannter junger Schriftsteller, George Meredith. Es gibt eine bittere Fußnote, wenige Jahre später verließ Merediths Frau ihn für Wallis. Der Kritiker Ruskin rief die Besucher der Sommerausstellung der Royal Academy auf, davor stehenzubleiben, und nannte das Bild fehlerlos.