Henry Wallis

Henry Wallis

1830–1916 · Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland · Präraffaeliten


Die Geschichte

Der Dichter Thomas Chatterton war 17, als man ihn 1770 tot in seiner Londoner Dachkammer fand, vergiftet mit Arsen. 1856 zeigte der damals 26-jährige Henry Wallis Der Tod des Chatterton in der Royal Academy, heute hängt das Bild in der Tate Britain. Der Junge liegt hingestreckt auf dem Bett, auf dem Boden zerrissene Papiere, und der Kritiker John Ruskin nannte das Gemälde makellos und wunderbar.

Modell für den toten Dichter stand der Schriftsteller George Meredith, damals 27 und damit zehn Jahre älter als der Junge, den er verkörperte. Merediths Frau Mary Ellen, eine Tochter des Romanciers Thomas Love Peacock, begann bald eine Affäre mit Wallis, verließ ihren Mann und bekam 1858 einen Sohn von dem Maler. Meredith verarbeitete das Scheitern seiner Ehe später in Modern Love, einem Gedichtzyklus.

Wallis malte noch eine Zeit lang in derselben genauen präraffaelitischen Manier, dem von Ruskin geförderten Stil mit scharfem Detail und leuchtenden Farben, am eindrucksvollsten in Der Steinklopfer, einem Arbeiter, der tot am Wegrand liegt. In den folgenden Jahrzehnten wandte er sich immer mehr dem Sammeln und Schreiben zu und wurde ein angesehener Kenner persischer Keramik und italienischer Majolika.

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Werke

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