
Anthony van Dyck · PD
Martyrium des hl. Sebastian
Details
Die Geschichte
Gaspar Roomer, um 1600 in Antwerpen geboren, wurde in Neapel reich: mit Handel nach Flandern und Holland, mit Geldgeschäften und schließlich als Kreditgeber König Philipps IV. von Spanien. Als er 1674 starb, besaß er über 1.500 Gemälde. Laut Alter Pinakothek gehört dieser Sebastian zu seinen Aufträgen. Der junge van Dyck malte ihn um 1622/23 in Italien, zusammen mit der Susanna im Bade, die ebenfalls in München hängt. Das Haus besitzt noch einen früheren Sebastian von ihm, und der Vergleich zeigt, was sich in wenigen Jahren verschoben hat. Hier ist das Kolorit dunkler und wärmer, und die Lichter in der Mähne des Schimmels und im Gewand des Reiters sitzen als rasche Pinselzüge auf der Farbe, so wie van Dyck es bei Tizian und Tintoretto gesehen hatte. Roomer sammelte flämische Malerei noch jahrzehntelang weiter. Ende der 1630er Jahre bestellte er bei Rubens ein Gastmahl des Herodes, das heute in Edinburgh hängt.




