
Das Schwingen des Hanfs
Details
Die Geschichte
Bis der Hanf so weit war, lag ein halbes Jahr Arbeit hinter ihm. Im Spätsommer gerauft, dann zum Rösten ins stehende Wasser gelegt, bis sich die Bastfasern vom Stängel lösten, danach getrocknet. Was hier geschieht, ist der letzte Schritt vor dem Spinnen. Die dürren Stängel werden geschlagen, bis der holzige Kern im Inneren bricht und als Schäben zu Boden fällt. Übrig bleibt die lange Faser. Das ist Winterarbeit, in der Lombardei meist Frauenarbeit, und sie findet in einer Staubwolke statt.
Filippini malte die Szene 1889. Die bäuerliche Arbeit war in der lombardischen Malerei seit etwa zwei Jahrzehnten ein geläufiges Thema, und er kam in diesen Jahren immer wieder darauf zurück, neben den Tälern und Hafenbildern, für die er bekannter ist. Die Faser, die hier frei geschlagen wird, ging in Seile, Sackleinen, Segeltuch und in das grobe Hausleinen derselben Höfe, die den Hanf angebaut hatten.
