
Der eingeschlafene Wirt (Phlegmaticus)
Details
Die Geschichte
Das lateinische Wort im Titel, Phlegmaticus, stammt aus der Medizin. In den 1630er Jahren arbeiteten Ärzte noch mit der antiken Lehre von den vier Säften, deren Mischung über Gesundheit und Wesen eines Menschen entscheiden sollte. Wo der kalte, feuchte Schleim die Oberhand hatte, entstand der Phlegmatiker, träge, schwer und schläfrig. Brouwer gibt diesem Temperament einen Körper. Ein dicker Mann ist mit Krug und Wanderstab eingenickt, und das Museum sieht in ihm den Wirtshausgänger, der sich nur dem Trinken und faulen Nichtstun hingibt. Er steht für ein Laster, das auch die übrigen Zecher im Raum zeigen, und die sind, so das Museum, nicht besser als die Schweine, die das Erbrochene fressen. Brouwer malte das Bild um 1633 auf eine kleine Kupfertafel von etwa 31 Zentimetern Höhe. München besitzt die bedeutendste Sammlung seiner Werke überhaupt, und die Alte Pinakothek zeigt 17 seiner Bilder gemeinsam in einem Kabinett.




