
August Macke · PD
Der Geist im Hausgestühl: Stillleben mit Katze
Details
Die Geschichte
Um 1910 erschien ein schmales Buch des liberalen Politikers Friedrich Naumann mit dem Titel Der Geist im Hausgestühl. Es bestand aus Ausstattungsbriefen, wohl erfundenen, in denen ein Onkel seiner Nichte erklärt, wie man eine Wohnung vernünftig und sparsam einrichtet. Macke lieh sich den Titel mit einem Augenzwinkern aus. Auf die linke Tischkante schrieb er die Widmung Seiner lieben Mutter diesen Geist in unserem Hausgestühl, datiert auf den 18. Februar 1910. Gemeint war seine Schwiegermutter Sophie Gerhardt, das Bild war ihr Geburtstagsgeschenk. Nach der Erinnerung seiner Frau Elisabeth kam die getigerte Katze im Profil vorne ganz zuletzt hinzu, weil die Mutter reine Stillleben nicht sonderlich mochte. Dort ist die Farbe deutlich pastoser, über die vorhandenen Schichten gemalt. An der Wand dahinter hängt seine eigene Pastellzeichnung nach drei geschnitzten Musikantenfiguren aus dem Nachlass seines Vaters. Seit 2010 ist das Bild als Dauerleihgabe einer Familienstiftung im Lenbachhaus.




