
Der Steuereinnehmer und seine Frau (bekannt als Der Geldwechsler und seine Frau)
Details
Die Geschichte
Die Frau führt Buch, und in diesem Buch steht, worum es geht. Die Einträge sind monatliche Akzisen auf Wein und Bier. Das Paar sind also Steuerpächter, Leute, die das Recht auf eine örtliche Abgabe kauften und darüber Rechenschaft ablegen mussten. Deshalb heißt die Tafel im Prado heute Der Steuereinnehmer und seine Frau, und der alte Titel, Der Geldwechsler und seine Frau, steht nur noch in Klammern dahinter.
Die Münzen sind bestimmbar. Eine goldene wurde 1487 in Dordrecht geprägt, eine silberne 1536 unter Karl V. Die Kleidung dagegen stammt aus einer anderen Zeit. Die wuchtigen Hauben und Gewänder waren 1539 längst altmodisch und kommen aus älteren Bildern, während Geld und Papiere auf dem Stand des Tages sind.
Oben links hat Marinus signiert und das Jahr 1539 gesetzt. Spätestens 1557 gehörte die Tafel Pedro Dávila y Zúñiga, einem spanischen Adligen, der sie offenbar in Brüssel erwarb, in den Jahren um die Abdankung Karls V.
