
Peter Paul Rubens · PD
Die drei Grazien
Details
Die Geschichte
Um 1620 führte Rubens in Antwerpen die geschäftigste Malerwerkstatt Europas, ein großes Haus, in dem Schüler und Spezialisten Bilder in einem Tempo lieferten, das eine einzelne Hand nie geschafft hätte. Aus diesem Betrieb stammt die kleine Eichenholztafel. Die drei Grazien stehen im gewohnten Reigen, eine mit dem Rücken zu uns, daneben ein Korb mit Rosen. Fachleute streiten seit Langem darüber, wie viel Rubens selbst gemalt hat. Die Erfindung ist von ihm, doch die Ausführung wirkt großenteils wie die Arbeit seiner besten Gehilfen unter seiner Aufsicht, und die Blumen und der Landschaftsstreifen gehen wohl auf ein Mitglied der Familie Brueghel zurück, Blumenmaler mit einer Werkstatt in der Nähe. Zu diesen drei Schwestern kehrte Rubens sein Leben lang zurück. Die Fassung, an die die meisten denken, voller und wärmer, mit seiner jungen zweiten Frau unter den Modellen, entstand rund zehn Jahre später und hängt heute in Madrid. Hier bleiben sie schlanker und kühler, noch nah an den antiken Statuen, aus denen das Motiv erwuchs.




