Die verschleierte Vestalin (Tuccia)

Die verschleierte Vestalin (Tuccia)


Details

Jahr
1745
Technik
Marmor
Gattung
Skulptur

Die Geschichte

Sie hält ein Sieb in der linken Hand, und darin liegt die ganze Geschichte. Die Vestalinnen im alten Rom hüteten das heilige Feuer im Tempel der Vesta und waren zu völliger Keuschheit verpflichtet. Wer das Gelübde brach, wurde lebendig begraben. Tuccia wurde zu Unrecht beschuldigt, und römische Autoren, unter ihnen Plinius der Ältere, berichten, wie sie ihre Unschuld bewies. Mit Hilfe der Göttin bestand sie die unmögliche Probe und trug Wasser aus dem Tiber in einem Sieb. Corradini meißelte sie 1743 in Rom, und das Museum hält fest, dass die Statue ihr Publikum in Staunen versetzte. Der Schleier steht in der Erzählung für Sittsamkeit und Keuschheit, doch er ist so dünn gearbeitet, dass der Körper durchscheint, vor allem die Brust. Gedacht ist die Figur für den Blick von vorn, die Rückseite ist nur grob angelegt, und doch zeigt sie, wenn man um sie herumgeht, immer neue Ansichten. Der italienische Staat erwarb sie 1952.

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