
Die Vision des heiligen Petrus
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Die Geschichte
Wer in den 1550er-Jahren die Kirche Madonna dell'Orto im Norden Venedigs besuchte, bekam diesen Petrus nur zu sehen, wenn die Orgel spielte. Venezianische Orgeln waren damals oft mit hohen, bemalten Leinwandflügeln verschlossen. Sie schützten die Pfeifen und wurden zur Musik aufgeklappt. Tintoretto bemalte die Außenseiten mit der Darstellung Mariens im Tempel. Öffnete man die Flügel, standen sich zwei Apostel gegenüber, auf der einen Seite dieser Petrus, auf der anderen die Enthauptung des Paulus. Daher das schmale Format von über vier Metern Höhe. Petrus kniet im päpstlichen Ornat, und Engel tragen ein riesiges Kreuz durch die Wolken zu ihm herab, als Vorzeichen seiner eigenen Kreuzigung. Ein Detail hat Kritik auf sich gezogen, der goldene Schlüssel, den er tief zwischen den Schenkeln hält. Später nahm man die Flügel von der Orgel ab, doch alle drei Bilder sind in der Kirche geblieben.




