Die Vision des seligen Amadeus Menez de Sylva

Die Vision des seligen Amadeus Menez de Sylva


Details

Jahr
1513
Technik
Öl auf Holz
Gattung
Gemälde
Maße
277 × 320 cm

Die Geschichte

Anfang des 16. Jahrhunderts kursierten in Rom Prophezeiungen über einen kommenden Engelpapst, der die Kirche erneuern sollte, und eine davon stammte vom Gianicolo. Ihr Verfasser war Amadeus Menez de Sylva, ein portugiesischer Adliger, der Franziskaner geworden war, Beichtvater Papst Sixtus' IV., gestorben 1482. Seine Anhänger, die Amadeiten, lebten nach einer strengeren Regel als der übrige Orden, und ihr Haupthaus war San Pietro in Montorio, die Kirche auf dem Gianicolo, die mit Geld der spanischen Könige Ferdinand und Isabella neu gebaut worden war. Amadeus hatte seine Visionen aufschreiben und versiegeln lassen, allein für die Augen eines künftigen Papstes. Auf Anordnung des spanischen Kardinals Bernardino de Carvajal wurden die Siegel in San Pietro in Montorio heimlich erbrochen, und der Text, die Apocalypsis Nova, die neue Offenbarung, verbreitete sich rasch.

Pedro Fernández, ein Maler aus Murcia, der damals in Rom arbeitete, setzte um 1513 oder 1514 die erste dieser Visionen in diese Tafel um, fast drei Meter hoch und noch breiter. Der Erzengel Gabriel zeigt dem knienden alten Mönch den himmlischen Hof. Christus und die Jungfrau thronen auf der obersten Stufe, sie von einem siebenzackigen Diadem gerahmt, umgeben von sieben Engeln. Darunter stehen rechts Gestalten des Alten und links des Neuen Testaments, Josef und Johannes der Täufer verbinden die beiden Gruppen, und das Buch selbst liegt zu Füßen des Mönchs. Das Museum verweist auf die immer wiederkehrende Sieben und auf die Leiter als Mittel des Aufstiegs zu Gott, Zeichen der mystischen und kabbalistischen Neigungen jener Jahre. Die Tafel stammt aus der Einsiedelei San Michele Arcangelo in der Sabina, und die weite Landschaft könnte diese Gegend zeigen.

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