
Znaimer Altar
Details
Die Geschichte
Um 1440 bis 1445 entstand dieser Altar für die Wenzelskapelle neben der Pfarrkirche St. Nikolaus in Znaim, im Süden Mährens. Große Altäre jener Zeit bargen meist in einem tiefen Schrein vollrund geschnitzte Figuren. Hier ist die Mitte ein Relief voller Menschen, eine Erzählweise, die man damals eher aus der Malerei kannte. Das Belvedere nennt als Beispiel Conrad Laibs Salzburger Kreuzigung von 1449. Im Zentrum hängen die beiden Schächer, mit Stricken festgebunden, neben Christus, darunter drängen sich Reiter, Soldaten und Trauernde. Auf dem linken Flügel werden Christus und die Schächer durch ein Stadttor hinausgeführt, die Kreuze hinter ihnen. Rechts wird der Leichnam über einem offenen Grab abgenommen. Alles ist aus Lindenholz geschnitzt und bemalt. Das Museum führt den Altar unter der Werkstatt des Meisters des Friedrichsaltars, eines namenlosen Malers aus Wien oder Wiener Neustadt.