
Lorenzo Lotto · PD
Dreifachbildnis eines Goldschmieds (Bartolomeo Carpan?)
Details
Die Geschichte
Ein und derselbe Mann erscheint hier dreimal auf einer Tafel: von vorn, im Profil und von hinten. Ein Jahrhundert später sollte Van Dyck genau diese Anordnung nutzen, um das Bildnis Karls I. nach Rom zu schicken, damit ein Bildhauer daraus von allen Seiten eine Büste formen konnte. Lotto malte seine Fassung um 1530, und der Anlass wirkt eher persönlich als praktisch. Der Dargestellte dürfte Bartolomeo Carpan sein, ein venezianischer Goldschmied und Freund des Malers, und der kleine Gegenstand, den er uns zuwendet, wurde nach einer Reinigung als Ringkästchen erkannt, das Werkzeug seines Gewerbes. Lotto verbarg solche Hinweise gern in seinen Bildnissen. Das Gemälde ging durch die Sammlungen Karls I. von England und Philipps IV. von Spanien, ehe es nach Wien kam, wo es seit den 1730er Jahren hängt.




