
Lucas Cranach the Elder · PD
Venus und Amor
Details
Die Geschichte
1509 malte Cranach am Hof Friedrichs des Weisen in Wittenberg etwas, das es nördlich der Alpen noch nicht gab: einen lebensgroßen mythologischen Akt, eine Venus in ganzer Figur, den kleinen Amor an ihrer Seite. In Italien malte man klassische Akte schon seit einer Generation, doch Cranach war nie über die Alpen gereist, um sie zu sehen. Diese antike Welt erreichte er aus zweiter Hand, über Druckgraphik und Reiseberichte, und das Ergebnis gleicht keiner italienischen Venus. Sie ist blass, langgliedrig und kühl, ganz und gar nördlich, vor dunklem Grund, ein durchscheinender Schleier als einzige Hülle. Neben ihr hält der flügellose Amor den Bogen. Im Lauf seiner langen Laufbahn sollte Cranach Dutzende dieser schlanken Göttinnen malen; diese ist die erste.




