
Ansicht von Venedig: der Rio dei Mendicanti
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Die Geschichte
Um 1723 war Venedig politisch längst keine Großmacht mehr, aber die Stadt war voller Reisender auf der Grand Tour, die ein Andenken mit dem Markusplatz darauf mitnehmen wollten. Antonio Canal, gerade aus Rom zurück, wo er mit seinem Vater Bühnenprospekte gemalt hatte, wählte für diese große Leinwand einen Arbeitskanal im Norden der Stadt. Der Rio dei Mendicanti ist nach dem Hospital für Bettler und Waisen an seinem Ufer benannt. Zu sehen sind abblätternder Putz, nackter Ziegel, Wäsche auf Leinen, Gerüststangen und Leute, die am Wasser zu tun haben. Der Farbauftrag ist dick und fransig, viel rauer als in den glatten Ansichten, die Canaletto später für englische Käufer lieferte. Das Bild gehörte zu vier Veduten, die später in den Besitz der Fürsten von Liechtenstein kamen. Zwei davon hängen heute in Madrid, diese hier und ihr Gegenstück kaufte die Stadt Venedig 1983 von den Erben des Senators Mario Crespi.




