
Claude Monet, Weeping Willow, 1918. Wikimedia Commons. · PD
Trauerweide
Details
Die Geschichte
Monet malt diese Trauerweide 1918 am Rand seines Wassergartens in Giverny, als der Erste Weltkrieg in sein letztes Jahr geht. Die Front ist nicht weit: Bei günstigem Wind hört der alte Maler das Grollen der Geschütze, und sein einziger noch lebender Sohn ist eingezogen. Das Haus hat sich von Familie und Personal geleert, doch er weigert sich zu gehen. In diesen Monaten malt er etwa zehn Weiden wie diese, in düsteren Farben, mit Zweigen, die sich zu winden scheinen. Der Baum, ein altes Sinnbild der Trauer, wird für ihn zu einer Art, die Gefallenen zu beweinen. Er ist fast 78 Jahre alt, und der graue Star beginnt, seinen Blick zu trüben.




