
Jean-Baptiste Camille Corot · CC-BY-SA-4.0
Weizenfeld in Morvan
Details
Die Geschichte
„Gemacht“ und „fertig“ seien zweierlei, schrieb Charles Baudelaire 1846 in seiner Besprechung des Pariser Salons, und er meinte damit Corot. Manchen Kritikern kamen dessen Landschaften zu locker gemalt vor, beinahe unvollendet. Baudelaire hielt dagegen, ein Bild könne ganz gemacht sein, auch wenn es nicht blank poliert wirkt. Dieses Weizenfeld entstand vier Jahre zuvor, im Sommer 1842, im Morvan, einem bewaldeten Hügelland in Burgund, aus dem Corots Familie stammte. In den 1840er-Jahren kehrte er mehrmals dorthin zurück und fand Motive für rund 15 Bilder. Malerisch im Sinne der Reiseführer ist hier wenig: reifes Korn, eine Baumreihe vor flachen Hügeln und zwei Bauern bei der Arbeit. Das Grün ist in vielen feinen Abstufungen mit schnellem, sparsamem Pinsel gesetzt. Seit 1884 gehört die Leinwand dem Museum in Lyon, als Vermächtnis des Sammlers Alfred Bellet du Poisat.




