Angermuseum

Angermuseum

Erfurt, Deutschland · Website


Die Geschichte

Im Erdgeschoss des Angermuseums in Erfurt liegt ein kleiner gewölbter Raum, dessen Wände Erich Heckel, Gründungsmitglied der Expressionistengruppe Brücke, zwischen 1922 und 1924 ausgemalt hat. Der Zyklus heißt Lebensstufen und gilt als eine der bedeutendsten erhaltenen Wandmalereien des deutschen Expressionismus. Erhalten blieb er, weil man ihn versteckte. In der NS-Zeit beschimpften örtliche Anhänger des Regimes den Raum als Schreckenskammer und drohten, ihn zu zerstören. Magdalene Rudolph, damals kommissarische Leiterin des Museums, ließ ihn daraufhin hinter einer eilig hochgezogenen Wand verschwinden.

Der Raum gehörte zu einem Museum, das früh auf die Moderne gesetzt hatte. In den 1920er Jahren erwarb Erfurt unter Direktor Herbert Kunze Expressionisten wie Lyonel Feininger und Emil Nolde, und viele dieser Werke gingen verloren, als die Nationalsozialisten die sogenannte entartete Kunst aus den Museen entfernten.

Das Gebäude ist älter als all das. Es ist der Packhof, das barocke Waagehaus der Stadt aus dem frühen 18. Jahrhundert, mit dem heiligen Martin im Giebel. Drinnen reicht die Sammlung von mittelalterlichen Altären und Tafeln Lucas Cranachs des Älteren bis zu einem spätherbstlichen Wald, den Caspar David Friedrich in seinen letzten Schaffensjahren malte.

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Sammlung

1 Werk