
Die Geschichte
Am frühen Morgen des 27. März 2017 stiegen drei Männer durch ein Fenster in das Bode-Museum in Berlin ein, zertrümmerten im Münzkabinett eine Vitrine und schoben eine kanadische Goldmünze von 100 Kilogramm davon. Die „Big Maple Leaf“, Leihgabe eines privaten Eigentümers, hatte einen Goldwert von rund 3,75 Millionen Euro. Zwei der Diebe und ein Wachmann des Museums wurden später verurteilt. Die Münze ist nie wieder aufgetaucht, die Ermittler gehen davon aus, dass sie zerteilt oder eingeschmolzen wurde.
Das Münzkabinett besitzt mehr als 500.000 Objekte und ist nur eine von drei Sammlungen im Haus. Das Museum steht an der Nordspitze der Museumsinsel, ein neobarocker Kuppelbau von Ernst von Ihne, dem Hofarchitekten des Kaisers, vollendet 1904. Eröffnet wurde es als Kaiser-Friedrich-Museum, seit 1956 trägt es den Namen von Wilhelm von Bode, dem Direktor, der es geprägt hat. Bode zeigte Skulpturen, Gemälde und Möbel gern zusammen, so wie sie in einem Renaissance-Interieur gestanden haben könnten.
Die meisten Besucher kommen heute wegen der Skulpturen vom Mittelalter bis zum 18. Jahrhundert. Donatellos Pazzi-Madonna, ein Marmorrelief aus den 1420er-Jahren, ist seit 1886 in Berlin, und Tilman Riemenschneider, der spätgotische Bildschnitzer aus Würzburg, führt die deutschen Meister an. Auch das Museum für Byzantinische Kunst mit Ikonen und frühchristlichen Bildwerken ist hier zu Hause. Im Mai 1945 verbrannten Hunderte Gemälde aus der Gemäldegalerie des Museums, die im Flakturm Friedrichshain ausgelagert waren. Das beschädigte Haus öffnete in Ost-Berlin schrittweise wieder und war erst 2006 vollständig restauriert.
