
Kirche San Domenico
Cingoli, Italien
Die Geschichte
Cingoli liegt hoch in den Hügeln der Marken, und 1537 brauchten die Dominikaner des Städtchens Hilfe. Die Rosenkranzbruderschaft hatte für ihre Kirche San Domenico ein neues Altarbild bestellt, doch die gesammelten Almosen reichten nicht, also bat der Prior den Stadtrat um einen Zuschuss. Im Dezember 1539 zahlte die Stadt 40 Florin, und da hatte Lorenzo Lotto, der venezianische Maler, das Werk bereits vollendet.
Seine Rosenkranzmadonna zeigt, wie Maria dem heiligen Dominikus den Rosenkranz überreicht, während auf der anderen Seite Exuperantius, der Stadtpatron, kniet und ein Modell von Cingoli hält. Über ihnen hängen 15 kleine runde Szenen der Rosenkranzgeheimnisse zwischen den Sträuchern eines Rosengartens, wie Laternen vor einem dunkler werdenden Himmel. Unten streuen der kleine Johannes der Täufer und zwei Putten Rosenblätter.
Die Kirche ist jünger als das Gemälde. Der mittelalterliche Bau wurde 1727 abgerissen und als barocke Kirche mit ovalem Schiff neu errichtet, entworfen von Arcangelo Vici und seinem Sohn Andrea, und Lottos Leinwand kam auf ihren Hochaltar. In den letzten Jahren, da die Kirche nur eingeschränkt nutzbar ist, wird das Bild im Rathaus gezeigt, in der Sala degli Stemmi, in der auch die städtische Gemäldegalerie untergebracht ist.
