
Die Geschichte
In der Calle del Arenal, wenige Schritte von der Puerta del Sol, bewahrt die Pfarrkirche San Ginés eines der letzten Bilder, die El Greco zu einem Thema malte, auf das er immer wieder zurückkam. In der Tempelreinigung schwingt Christus eine Geißel durch eine Menge von Händlern. Diese späte Fassung von etwa 1610 ist fast quadratisch, anders als die breiten Querformate, die heute in London, New York und Minneapolis hängen. Sie gehörte einst dem Admiral von Kastilien, einem der großen adligen Sammler Madrids, und die Bruderschaft vom Heiligen Christus der Kirche kaufte sie 1705.
Die Pfarrei ist sehr alt und wird schon 1156 in einer Urkunde König Alfons' VII. erwähnt. Die heutige Kirche wurde ab 1641 neu errichtet, nachdem ein Teil des Vorgängerbaus auf seinem sandigen Grund eingestürzt war, und Brände in den Jahren 1724, 1756 und 1824 zogen jeweils neue Instandsetzungen nach sich. Vom Langhaus geht die Kapelle des Heiligen Christus ab, eine kleine Kirche für sich mit Kuppel, farbigem Marmor und vergoldeter Bronze, 1659 vollendet mit Geld von König Philipp IV.
Die Kirchenbücher lesen sich wie ein Namensverzeichnis des Madrids im Goldenen Zeitalter. Der Dichter Francisco de Quevedo wurde hier 1580 getauft, und der Dramatiker Lope de Vega heiratete hier 1588 seine erste Frau, Isabel de Urbina.
