
Kirche Saint-Vincent
Mâcon, Frankreich
Die Geschichte
Im Chor der Kirche Saint-Vincent hängt eines der wenigen religiösen Gemälde, die Jacques-Louis David je geschaffen hat. Er malte diesen gekreuzigten Christus 1782, Jahre bevor er zum Maler der Revolution und Napoleons wurde, für die Familienkapelle von Marschall Louis de Noailles und seiner Frau in der Kapuzinerkirche in Paris. Die Leinwand ist fast drei Meter hoch. Nach Mâcon kam sie 1818, zunächst ins städtische Gerichtsgebäude, und in den Inventaren der Kirche ist sie ab 1876 verzeichnet.
Auch die Kirche selbst ist ein Kind des Kaiserreichs. Die mittelalterliche Kathedrale der Stadt war nach der Revolution größtenteils abgerissen worden, und als Napoleon und Joséphine 1805 durch Mâcon kamen, bewilligte der Kaiser der Stadt Geld für ein neues Gotteshaus. Alexandre Guy de Gisors, einer der offiziellen Architekten des Regimes, entwarf es als klassizistischen Bau nach griechischem Vorbild, 1816 wurde es dem heiligen Vinzenz und dem heiligen Ludwig geweiht. In Mâcon nennt man es bis heute die Kathedrale, obwohl die Stadt seit der Revolution keinen eigenen Bischof mehr hat.
Die Decke im Inneren trägt eine Trompe-l'œil-Ausmalung des Malers Bussière. Das Bild von David verließ den Chor 2017 für eine Ausstellung im Pariser Petit Palais und kehrte danach an dieselbe Wand zurück.
