
Die Geschichte
In Monforte de Lemos, einer Stadt im galicischen Binnenland, steht ein langer Granitbau, den man den Escorial Galiciens nennt. Vor allem ist er eine Schule. Kardinal Rodrigo de Castro, Erzbischof von Sevilla und Angehöriger der Familie der Grafen von Lemos, gründete ihn als Jesuitenkolleg, und 1593 begannen die Arbeiten nach Plänen des Jesuitenarchitekten Andrés Ruiz und des in Mailand geborenen Vermondo Resta. 1767 wurden die Jesuiten vertrieben, 1873 übernahmen die Piaristen das Haus, und bis heute haben hier Kinder Unterricht.
Kunstfreunde kommen wegen der alten Sakristei, heute eine kleine Gemäldegalerie mit zwei Bildern von El Greco. Die Erscheinung der Jungfrau vor dem heiligen Laurentius stammt aus den späten 1570er Jahren, aus der Zeit seiner Ankunft in Spanien. Der heilige Franziskus mit Bruder Leo, ein späteres Werk, zeigt die beiden Brüder in Betrachtung des Todes. Daneben hängen fünf Heiligentafeln, die mit dem Florentiner Maler Andrea del Sarto in Verbindung gebracht werden, und unter den Habseligkeiten des Kardinals ist sein eigener Handschuh ausgestellt.

