Long Museum

Long Museum

Shanghai, China · Website


Die Geschichte

Am Westufer des Huangpu in Shanghai steht noch eine Kohleentladebrücke aus den 1950er-Jahren, gleich neben einem Museum aus hellen Betongewölben. Hier lag einst ein Kai, an dem Kohle von den Flusskähnen kam. 2014 baute der Architekt Liu Yichun vom Büro Atelier Deshaus an dieser Stelle das Long Museum West Bund und bezog die alte Verladebrücke, rund 110 Meter lang, in das Gelände ein. Drinnen wölben sich die Betonwände über den Köpfen wie halb geöffnete Schirme.

Das Museum gehört Liu Yiqian, einem früheren Taxifahrer, der sein Vermögen in der Finanzwelt machte, und seiner Frau Wang Wei, zwei der bekanntesten Privatsammler Chinas. Ihre erste Filiale eröffneten sie 2012 in Pudong, später kamen Häuser in Chongqing und Wuhan hinzu. Wang Wei konzentriert sich auf traditionelle chinesische Malerei und die sogenannten roten Klassiker, die Revolutionskunst der Mao-Jahre, daneben kauft das Paar alte chinesische Objekte und westliche Kunst.

Der Kauf, der das Museum international bekannt machte, fiel in den November 2015, bei Christie's in New York. Liu und Wang zahlten 170,4 Millionen Dollar für Amedeo Modiglianis Nu couché, einen liegenden Akt von 1917 oder 1918, damals der zweithöchste Preis, der je für ein Gemälde auf einer Auktion gezahlt worden war. Liu ist dafür bekannt, solche Käufe mit seiner American-Express-Karte zu bezahlen und die Bonuspunkte zu sammeln.

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