
Die Geschichte
Im Salon von 1806 zeigte Ingres den neuen Kaiser starr auf seinem Thron, bleich und wächsern, in Hermelin und Gold gehüllt, in der einen Hand das Zepter, in der anderen die Hand der Gerechtigkeit. Das Publikum fand das Bild befremdlich, und ein Kritiker fragte, wie ein so begabter Maler ein so schlechtes Gemälde schaffen konnte. Das Porträt verschwand im Depot. 1832 kam es ins Hôtel des Invalides, das Ludwig XIV. am linken Seineufer für versehrte Soldaten errichten ließ, und dort hängt es bis heute, im Armeemuseum.
Seine heutige Gestalt erhielt das Museum 1905, als ein Artilleriemuseum, dessen Wurzeln in die Revolution zurückreichen, mit einem historischen Armeemuseum verschmolz. Heute bewahrt es rund 500.000 Objekte. Die ersten Säle sind von Plattenrüstungen gesäumt, darunter Harnische für französische Könige, und die Waffen- und Rüstungssammlung zählt zu den größten der Welt. Von dort führt der Rundgang von Ludwig XIV. bis Napoleon III., durch beide Weltkriege, und endet in einem Multimediaraum, der Charles de Gaulle gewidmet ist.
Napoleon begegnet man hier auf Schritt und Tritt. Zu sehen sind sein grauer Gehrock, einer seiner Zweispitze und Vizir, das Araberpferd, das er ritt, präpariert und aufgestellt. Das Museum betreut auch den Invalidendom, wo der Kaiser seit 1861 in einem Sarkophag aus rotem Quarzit ruht, in einer offenen Krypta unter der vergoldeten Kuppel.
