
Die Geschichte
1805 malte Goya den Naturforscher Félix de Azara stehend in seinem Arbeitszimmer, in schwarzem Brigadiersrock und leuchtend gelben Kniehosen. In den Regalen hinter ihm stehen ausgestopfte Vögel und Tiere, gemalt nach Azaras eigenen Zeichnungen der Tierwelt, die er in rund 20 Jahren am Río de la Plata in Südamerika erfasst hatte. Der Zettel in seiner Hand trägt seinen Namen, Goyas Signatur und das Datum. Das Bildnis blieb über Generationen bei Azaras Nachkommen und hängt seit 2008 in diesem Museum.
Das Museum befindet sich im Palacio de los Pardo, einem Renaissancepalast von 1535 in der Altstadt von Saragossa, der Hauptstadt Aragoniens, Goyas Heimatregion. Es öffnete 1979 als Museo Camón Aznar, aufgebaut um die Sammlung des aragonesischen Kunsthistorikers José Camón Aznar und getragen von der Sparkasse Ibercaja. Nach einer langen Renovierung öffnete es 2015 wieder, mit neuem Namen und Goya im Mittelpunkt.
Kern dieser Neuausrichtung ist die Druckgrafik. Das Museum zeigt vollständige Folgen aller vier großen Radierzyklen Goyas, die Caprichos, die Schrecken des Krieges, die Tauromaquia und die Disparates. Daneben hängen seine frühen Radierungen nach Velázquez, darunter Äsop und Menippos von 1778, der antike Fabeldichter und der kynische Philosoph, beide in zerlumpten Mänteln, die der junge Goya nach Velázquez’ Gemälden in der königlichen Sammlung kopierte.


