
Die Geschichte
Portugals Nationalgalerie ging aus den in den 1830er-Jahren aufgelösten Klöstern hervor, als Ordenshäuser geschlossen und ihre Gemälde und Goldarbeiten in staatliche Hand überführt wurden. 1884 öffnete sie in einem ehemaligen Palast oberhalb der Uferfront von Lissabon und ist heute als Museu Nacional de Arte Antiga bekannt.
Zwei Werke ziehen die Besucher an. Das eine sind die Vinzenz-Tafeln, um 1470 von Nuno Gonçalves gemalt, sechs dicht bevölkerte Tafeln, auf denen rund 60 portugiesische Gesichter, vom König bis zu Fischern, sich um den Schutzheiligen des Landes scharen. Das andere ist Hieronymus Boschs Versuchung des heiligen Antonius, ein Triptychon voller Dämonen und Mischwesen, das aus einem jener aufgehobenen Klöster stammt.
Weil Lissabon früh mit Asien und Afrika Handel trieb, besitzt die Sammlung auch Namban-Stellschirme, welche die Ankunft portugiesischer Schiffe in Japan zeigen, gemalt von japanischen Künstlern, die nie einen Europäer gesehen hatten.




