
Die Geschichte
Portugals Nationalgalerie ging aus den in den 1830er-Jahren aufgelösten Klöstern hervor, als Ordenshäuser geschlossen und ihre Gemälde und Goldarbeiten in staatliche Hand überführt wurden. 1884 öffnete sie in einem ehemaligen Palast oberhalb der Uferfront von Lissabon und ist heute als Museu Nacional de Arte Antiga bekannt.
Zwei Werke ziehen die Besucher an. Das eine sind die Vinzenz-Tafeln, um 1470 von Nuno Gonçalves gemalt, sechs dicht bevölkerte Tafeln, auf denen rund 60 portugiesische Gesichter, vom König bis zu Fischern, sich um den Schutzheiligen des Landes scharen. Das andere ist Hieronymus Boschs Versuchung des heiligen Antonius, ein Triptychon voller Dämonen und Mischwesen, das aus einem jener aufgehobenen Klöster stammt.
Weil Lissabon früh mit Asien und Afrika Handel trieb, besitzt die Sammlung auch Namban-Stellschirme, welche die Ankunft portugiesischer Schiffe in Japan zeigen, gemalt von japanischen Künstlern, die nie einen Europäer gesehen hatten.
Sammlung
10 Werke
Die Versuchung des heiligen AntoniusHieronymus Bosch, 1501
Der heilige Hieronymus im GehäusAlbrecht Dürer, 1521
KreuzabnahmeGiovanni Battista Tiepolo, 1767
Salome mit dem Haupt Johannes des TäufersLucas Cranach der Ältere, 1510
Der heilige AugustinusPiero della Francesca, 1454
WinterlandschaftGustave Courbet, 1868
Der heilige PetrusFrancisco de Zurbarán, 1633
Der heilige Eusebius erweckt drei MenschenRaffael, 1502
Der Turmbau zu BabelJoos de Momper der Jüngere, 1595
Triumph der KünsteGiovanni Battista Tiepolo, 1729