Neues Palais

Potsdam, Deutschland


Die Geschichte

1763 ging Preußen erschöpft aus dem Siebenjährigen Krieg hervor, und Friedrich der Große antwortete mit einem Bau. Am westlichen Ende des Parks Sanssouci in Potsdam ließ er das Neue Palais errichten, rund 200 Räume unter einer hohen Mittelkuppel, fertig 1769. Friedrich selbst nannte es eine Fanfaronade, eine Prahlerei, die nach dem Krieg Preußens Stärke vorführen sollte. Gewohnt hat er dort kaum. Es war ein Schloss für Gäste und für den großen Auftritt.

Etwa 60 dieser Räume sind heute zugänglich. Der seltsamste ist der Grottensaal im Erdgeschoss, dessen Wände mit mehr als 24.000 Muscheln, Fossilien und Mineralien besetzt sind, über einem Marmorboden voller Meerestiere. Ein Stockwerk höher war die Obere Galerie mehr als 30 Jahre lang geschlossen, bis sie im Juli 2025 wieder öffnete, mit den Gemälden, die Friedrich 1768 in ihre Wandvertäfelung einsetzen ließ.

Zwei dieser Bilder wurden erst im 20. Jahrhundert als Werke von Artemisia Gentileschi erkannt, der in Rom geborenen Barockmalerin. „Bathseba im Bade“ und „Tarquinius und Lukretia“ gehörten einst zur Sammlung der Familie Farnese, und der König kaufte sie wohl, ohne zu wissen, dass eine Frau sie gemalt hatte. Sie hängen neben Barockbildern von Guido Reni aus Bologna und Luca Giordano aus Neapel, die sechs Jahre lang samt ihren originalen Rahmen restauriert wurden.

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Sammlung

1 Werk