
Die Geschichte
Im steinernen Bergfried von Norwich Castle kann man heute wieder in ein königliches Stockwerk hinaufsteigen. Ein fünfjähriges Bauprojekt, im August 2025 abgeschlossen, hat die normannischen Geschosse in den lange hohlen Bau zurückgebracht. Besucher gehen nun durch einen großen Saal, eine Kapelle und ein Königsgemach, eingerichtet so, wie sie ausgesehen haben könnten, als Heinrich I. hier 1121 Weihnachten feierte.
Die Normannen gründeten die Burg bald nach 1066, und der Bergfried diente später jahrhundertelang als Gefängnis der Grafschaft. Die Stadt kaufte ihn und eröffnete ihn 1894 als Museum. Neu ist eine Mittelaltergalerie, gemeinsam mit dem British Museum eingerichtet, mit rund 900 Objekten von der normannischen Eroberung bis in die 1530er-Jahre, 50 davon Leihgaben aus London.
Die Kunstsammlung hat ein starkes regionales Herz. Norwich Castle besitzt einen reichen Bestand der Norwich School, jener ostenglischen Landschaftsmaler um John Crome und John Sell Cotman im frühen 19. Jahrhundert, mit ihren Wäldern, Flüssen und Windmühlen. Auch französische Malerei ist vertreten, darunter Alfred Sisleys Ansicht der Hauptstraße von Argenteuil, 1872 gemalt und 1945 über den Art Fund ans Museum gekommen.
