Die Geschichte
Über dem Hauptportal des Bologneser Rathauses an der Piazza Maggiore sitzt ein Papst aus Bronze. Es ist Gregor XIII., ein gebürtiger Bologneser, 1580 von dem Bildhauer Alessandro Menganti gegossen. Als 1796 die Truppen Napoleons einrückten, sollte die Statue als Sinnbild der päpstlichen Herrschaft eingeschmolzen werden. Die Bologneser setzten ihm eine Bischofsmitra auf, gaben ihm einen Bischofsstab, änderten die Inschrift und präsentierten ihn als heiligen Petronius, den Schutzpatron der Stadt.
Der Palazzo d'Accursio ist bis heute vor allem der Sitz der Stadtregierung. Sein Kern war das Haus des Accursius, eines Rechtsgelehrten der Universität im 13. Jahrhundert. Im Lauf der Jahrhunderte schluckte der Bau die Nachbarhäuser und wurde zum Palast der Kommune, später zum Sitz der Kardinallegaten, die Bologna im Namen der Päpste regierten.
Im Obergeschoss, in der ehemaligen Winterwohnung der Legaten, sind seit 1936 die städtischen Kunstsammlungen untergebracht. Sie funktionieren als eingerichtetes Museum: Gemälde vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert hängen zwischen historischen Möbeln, Porzellan und Textilien. Die 1630 ausgemalte Sala Urbana ist mit 188 Wappen bedeckt.
Zwei Bilder ziehen die meisten Besucher an. Artemisia Gentileschis Bildnis eines Gonfaloniere, eines der städtischen Amtsträger Bolognas, ist 1622 datiert und gehört zu ihren wenigen erhaltenen Porträts. Francesco Hayez, der Mailänder Romantiker, malte 1835 seine Ruth und verlieh der biblischen Ährenleserin eine sinnliche, von Melancholie umflorte Schönheit.

