
Professhaus von Paris
Paris, Frankreich
Die Geschichte
In der Kirche Saint-Paul-Saint-Louis an der Rue Saint-Antoine im Marais hängt ein dunkles, aufgewühltes Gemälde von Eugène Delacroix, dem Maler der Romantik. Es zeigt Christus in seiner Todesangst am Ölberg, und Delacroix malte es für eben diese Kirche. Ausgestellt wurde es im Salon von 1827. Ganz in der Nähe steht eine Schmerzensmutter von Germain Pilon, dem Bildhauer der Renaissance.
Die Kirche war die Kapelle eines größeren Jesuitenhauses. 1580 schenkte der Kardinal von Bourbon den Jesuiten ein Stadtpalais an dieser Straße, und daraus wurde ihr Professhaus, das Haus der Patres, die die letzten Gelübde des Ordens abgelegt hatten. König Ludwig XIII. legte 1627 den Grundstein der neuen Kirche, und Kardinal Richelieu, sein leitender Minister, las dort 1641 die erste Messe. Der Jesuitenprediger Louis Bourdaloue hielt hier mehr als 20 Jahre lang seine Fasten- und Adventspredigten und ist in der Krypta begraben.
1762 wies Frankreich die Jesuiten aus, und das Haus leerte sich. Seit 1804 beherbergen seine Gebäude neben der Kirche das Lycée Charlemagne, ein staatliches Gymnasium. Ihren Doppelnamen erhielt die Kirche 1803, und sie bewahrt bis heute zwei Weihwassermuscheln, die der Schriftsteller Victor Hugo zur Hochzeit seiner Tochter Léopoldine 1843 stiftete.
