Kathedrale und Kreuzgang Saint-Sauveur

Aix-en-Provence, Frankreich


Die Geschichte

Saint-Sauveur ist vor allem eine lebendige Kathedrale, Sitz der Erzbischöfe von Aix-en-Provence, doch sie beherbergt auch eines der schönsten Tafelbilder im Frankreich des 15. Jahrhunderts. Der Bau selbst schichtet rund 1.500 Jahre an einem Ort übereinander. Das Baptisterium reicht bis ins 5. Jahrhundert zurück und ruht noch auf antiken römischen Säulen, der Kreuzgang daneben ist romanisch, und das Langhaus verbindet romanische, gotische und spätere Teile.

Das Bild, deretwegen man kommt, ist das Triptychon vom brennenden Dornbusch von Nicolas Froment, einem Maler aus dem Norden, der in der Provence arbeitete. René von Anjou, Graf der Provence und dort bis heute als der gute König René in Erinnerung, gab es 1476 für die Karmeliterkirche von Aix in Auftrag, wo ein Grab für seine Eingeweide vorbereitet wurde. Die Mitteltafel zeigt Mose bei seiner Herde, der zur Muttergottes mit dem Kind aufblickt, thronend auf dem Dornbusch, der brennt und doch nicht verbrennt. Auf den Flügeln knien René und seine Frau Jeanne de Laval mit ihren Schutzheiligen, René neben Maria Magdalena, Antonius und Mauritius.

Das Karmeliterkloster wurde 1792 in der Revolution zerstört, und das Triptychon kam 1808 in die Kathedrale. Nach einer Restaurierung kehrte es im Januar 2011 in die Kapelle Saint-Lazare der Kathedrale zurück, mit seinem ganzen Gewicht von einer halben Tonne.

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