
Die Geschichte
In der Nacht des 10. April 1934 schlich sich jemand in die Sankt-Bavo-Kathedrale in Gent und schnitt zwei Tafeln aus ihrem großen Altar. Eine wurde wiedergefunden. Die andere, die Tafel der Gerechten Richter, ist nie aufgetaucht. Ein ortsansässiger Börsenmakler namens Arsène Goedertier gestand den Diebstahl Monate später auf dem Sterbebett, ohne zu sagen, wo sie sei, und die Genter Polizei hält die Akte bis heute offen. Eine gemalte Kopie steht heute an der Stelle der fehlenden Tafel.
Der Altar ist der Grund, warum die Menschen kommen. Es ist die Anbetung des Lammes Gottes, 1432 von den Brüdern Hubert und Jan van Eyck vollendet, ein Flügelpolyptychon aus einem Dutzend Tafeln, dicht mit Figuren und in der neuen Öltechnik mit erstaunlicher Genauigkeit gemalt. Sankt Bavo ist eine genutzte gotische Kathedrale mit einem eigenen Rubens-Altarbild und einer barocken Kanzel, doch die van-Eyck-Tafeln, heute hinter Schutzglas gezeigt, füllen die Kapelle, in der sich die Besucher versammeln.


