
Die Geschichte
Madrids Kunstviertel nennt man oft das Goldene Dreieck, und dieses Museum ist sein dritter Punkt, nur wenige Schritte vom Prado und vom Reina Sofía entfernt. Wo jene beiden spanische Staatssammlungen sind, über Jahrhunderte aufgebaut, wurde das Thyssen-Bornemisza in zwei Generationen von einer Familie zusammengetragen. Baron Heinrich Thyssen-Bornemisza, ein deutsch-ungarischer Industrieller, begann zwischen den Kriegen Alte Meister zu kaufen, und sein Sohn Hans Heinrich führte es viel weiter, indem er Impressionisten, Expressionisten und amerikanische Malerei hinzufügte, die europäische Sammler damals übersahen.
Ende der 1980er Jahre suchte der Baron ein dauerhaftes Zuhause, und mehrere Länder wetteiferten um die Sammlung. Spanien gewann, unterstützt von seiner spanischen Frau Carmen Cervera, und 1993 kaufte der Staat rund 775 Werke und brachte sie im Palacio de Villahermosa unter, einem Stadtpalast des frühen 19. Jahrhunderts am Paseo del Prado, innen für sie umgebaut.
Der Reiz des Hauses liegt in seiner Spannweite. Man geht von italienischen Goldgrundtafeln des 14. Jahrhunderts über Holbein, Caravaggio und Rubens zu Monet und Van Gogh und weiter zu Kandinsky, Hopper und Lichtenstein, alles unter einem Dach. Es füllt die Lücken, die der Prado lässt, weshalb man die drei Museen meist zusammen besucht. Zu seinen beliebtesten Einzelwerken zählt Ghirlandaios Bildnis einer jungen Frau im Profil, ihr rotes Kleid scharf vor dunklem Grund.



