
Die Geschichte
Die Galerie trägt den Namen eines Mannes, weil sie buchstäblich das Projekt eines Mannes war. Pawel Tretjakow, ein Moskauer Textilkaufmann, begann in den 1850er-Jahren russische Gemälde zu kaufen, mit einem klaren Ziel, eine nationale Sammlung aufzubauen zu einer Zeit, in der ernsthafte Sammler europäischer Kunst nachjagten. Er kaufte direkt bei lebenden Künstlern, füllte sein Haus, bis die Bilder die Familie verdrängten, und übergab 1892 die ganze Sammlung, rund 2.000 Werke, der Stadt Moskau als Geschenk.
Der Bau, den er erweitert hatte, wurde selbst zum Wahrzeichen. Seine märchenhafte Front, ganz aus rotem Backstein, weißem Stein und einem spitzen Giebel wie aus einem Volksmärchen, entwarf nach 1900 der Maler Viktor Wasnezow, sodass die Hülle zur russischen Kunst darin passt.
Und diese Kunst ist die Geschichte der russischen Malerei selbst. Hier ist Andrei Rubljows Dreifaltigkeit, die Ikone des 15. Jahrhunderts, die weithin als die größte der russischen Kunst gilt, und die riesigen Leinwände der Peredwischniki, der Realisten, die mit der Akademie brachen. Eine davon, Ilja Repins Bild Iwans des Schrecklichen, der den soeben von ihm getöteten Sohn im Arm hält, wurde von Besuchern zweimal angegriffen, 1913 zerschnitten und 2018 erneut, und jedes Mal mühsam restauriert. In der Nähe hängen Kramskois wachsame Bildnisse und Surikows weite, gedrängte Szenen aus der russischen Geschichte, dazu ein ganzer Saal mittelalterlicher Ikonen, die das Museum als Kunst zeigt.
Sammlung
83 Werke
Porträt von Modest MussorgskiIlja Repin, 1881
HerbststraußIlja Repin, 1892
Porträt der Pianistin und Gräfin Louise de Mercy-ArgenteauIlja Repin, 1890
Abordnung der Dorfältesten vor Alexander III.Ilja Repin, 1886
Porträt der Baronin V. I. Ikskül von HildenbandtIlja Repin, 1889
Regen im EichenwaldIwan Schischkin, 1891
AusruhenIlja Repin, 1882
Sonnenbeschienene KiefernIwan Schischkin, 1886