
Die Geschichte
Kölns ältestes Museum entstand aus einem besessenen Sammler und einer Rettungsmission. Ferdinand Franz Wallraf, ein Priester und Gelehrter, verbrachte sein Leben damit, die Kunst seiner Heimatstadt zusammenzutragen, während um 1800 Kirchen und Klöster aufgelöst wurden, und rettete mittelalterliche Tafeln, die sonst zerstreut oder verloren worden wären. Als er 1824 starb, vermachte er alles der Stadt Köln, und ein Kaufmann, Johann Heinrich Richartz, bezahlte später das erste Museumsgebäude, weshalb beide Namen über der Tür stehen.
Das Herz der Sammlung ist das mittelalterliche Köln selbst, einer der reichsten Bestände spätgotischer Malerei überhaupt. Ihr Star ist Stefan Lochners Muttergottes in der Rosenlaube von um 1450, eine kleine, leuchtende Tafel der Jungfrau zwischen Rosen und winzigen musizierenden Engeln, goldgründig und juwelenhell, ein Höhepunkt der zarten Kölner Schule.
Von dort führen die Säle über Rembrandt, Rubens und Murillo ins 19. Jahrhundert, wo eine große Leihgabe des Schweizer Sammlers Gérard Corboud Impressionisten und Postimpressionisten hinzufügte und die Fondation Corboud in den Namen des Museums brachte. Das heutige Haus, ein strenger grauer Kubus des Kölner Architekten Oswald Mathias Ungers, eröffnete 2001 nahe der Stelle, wo Lochner selbst einst lebte.


