Albert Marquet

1875–1947 · Frankreich · Fauvismus


Die Geschichte

Im Herbst 1905 hingen in einem Saal des Pariser Salon d'Automne so viele grelle, ungemischte Farben, dass ein Kritiker die dort ausstellenden Maler fauves nannte, wilde Tiere, und der Name blieb an einer ganzen Bewegung haften. Albert Marquet war einer von ihnen, und doch blieb ratlos, wer in seinen Bildern nach Wildheit suchte, denn seine Farbe blieb gedämpft und grau und sein Pinsel ruhig, während die Freunde um ihn herum die Wände in Brand setzten.

Henri Matisse hatte er Jahre zuvor kennengelernt, als Schüler im Atelier von Gustave Moreau, dem symbolistischen Maler, bei dem ein großer Teil dieser Generation lernte. Die beiden blieben bis an Marquets Lebensende eng verbunden, in den frühen Jahren gemeinsam arm, teilten sich Zimmer und malten Seite an Seite dieselben Straßenecken. Als der Fauvismus verglüht war, erfand Matisse weiter die Farbe neu, und Marquet wandte sich still dem einzigen Motiv zu, das ihn festhielt, dem Wasser.

40 Jahre lang malte er Häfen und Flüsse, die Seine aus seinen Pariser Fenstern, die hellen Häfen von Algier und Neapel, die normannische Küste, oft im steilen Blick von oben auf einen Kai, aus einem darüberliegenden Zimmer. Bei jedem Wetter kehrte er zu demselben Stück Wasser zurück und reduzierte Boote und Brücken auf wenige flache Striche. Den Zweiten Weltkrieg über wartete er in Algier, am fernen Ufer des Mittelmeers, und kehrte erst nach dem Ende der Kämpfe zu seinen Pariser Fenstern und der grauen Seine zurück.

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Werke

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