Alessandro Algardi

1598–1654 · Kirchenstaat · Barock, Klassizismus


Die Geschichte

1630 wurde auf dem Kapitolshügel ein antiker Marmortorso zu einer Statue Carlo Barberinis ergänzt, des Bruders von Papst Urban VIII. Den Kopf meißelte Gian Lorenzo Bernini, damals schon der führende Bildhauer Roms. Arme und Beine überließ man Alessandro Algardi, einem Bildhauer aus Bologna, der fünf Jahre zuvor mit einem Empfehlungsschreiben des Herzogs von Mantua an Kardinal Ludovico Ludovisi gekommen war, einen leidenschaftlichen Sammler antiker Statuen. Für den Kardinal restaurierte er Antiken, für Goldschmiede fertigte er kleine Modelle von Putten, Kruzifixen und Ornamenten.

Die Anerkennung kam langsam. Sein erster großer Erfolg in Marmor war eine Gruppe des heiligen Philipp Neri mit einem Engel für die Sakristei von Santa Maria in Vallicella, und 1644 vollendete er das Grabmal Papst Leos XI. in St. Peter. Im selben Jahr wurde Innozenz X. Pamphilj gewählt, der Kreis der Barberini zerfiel, und Bernini verlor für eine Weile die Gunst des Hofes. Die Familie des neuen Papstes wandte sich Algardi zu. Für den Kardinalnepoten Camillo Pamphilj stattete er die Villa Belrespiro aus, die heutige Villa Doria Pamphilj, und für einen Altar in St. Peter schuf er ein gewaltiges Marmorrelief, Papst Leo der Große hält Attila von Rom fern, ein Vorbild, dem Altarbildhauer bis weit ins 18. Jahrhundert folgten.

Die Zeitgenossen sahen in ihm Berninis wichtigsten Rivalen, die Stimme einer ruhigeren, klassischen Manier, und seine Porträtbüsten von Päpsten, Kardinälen und römischen Patriziern waren sehr gefragt. Er starb am 10. Juni 1654 in Rom und wurde in Santi Giovanni e Petronio beigesetzt, der Kirche der Bologneser Gemeinde der Stadt.

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Werke

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