Annibale Carracci

Annibale Carracci

1560–1609 · Kirchenstaat · Barock


Die Geschichte

Als Annibale Carracci in den 1590er Jahren nach Rom kam, übergab ihm Kardinal Odoardo Farnese die Decke einer langen Galerie zur Ausschmückung, und was er dort malte, bestimmte den Kurs des nächsten Jahrhunderts. Zwischen etwa 1597 und 1601 bedeckte er sie mit den Liebschaften der Götter, einer Schar mythologischer Paare, gerahmt wie vergoldete Bilder, mit lebenden Aktfiguren dazwischen gelehnt, das Ganze voller Muskeln, Wärme und Witz. Junge Maler kamen jahrelang nach Rom, nur um sie zu kopieren.

Hinter dieser Sicherheit lag ein Programm. Daheim in Bologna hatte Annibale mit seinem Bruder Agostino und seinem Vetter Ludovico eine Lehrakademie mitbegründet, gebaut auf dem Zeichnen nach dem Leben und dem Studium Raffaels und der Venezianer. Sie wollten die italienische Malerei aus dem Manierismus ziehen, dem eleganten, künstlichen Stil, der damals in Mode war, und zurück zu festen, beobachteten Körpern führen.

Diese Grundlage nährte das ganze folgende Zeitalter des Barock. Annibales letzte Jahre waren trostlos. Er verfiel in tiefe Schwermut, malte fast nichts mehr und starb 1609 in Rom, auf eigenen Wunsch nahe Raffael im Pantheon bestattet.

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Werke

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