Antonio Zanchi

Antonio Zanchi

1631–1722 · Republik Venedig · Barock, Tenebrismus


Die Geschichte

1666 überließ die Scuola Grande di San Rocco, eine reiche venezianische Bruderschaft, deren Säle Tintoretto ein Jahrhundert zuvor mit Gemälden ausgestattet hatte, Antonio Zanchi die rechte Wand ihres großen Treppenhauses. Er war 34 Jahre alt. Sein Thema war die Pest von 1630, die kurz vor seiner Geburt Zehntausende Venezianer getötet hatte. Er breitete sie über zwei riesige Leinwände aus. Unten drängen sich Kranke und Tote in tiefem Schatten, darüber bitten die Jungfrau Maria und der heilige Rochus, der Pestheilige, für die Stadt. Dieser Auftrag machte ihn bekannt.

Zanchi stammte aus Este, einem Städtchen am Fuß der Euganeischen Hügel bei Padua, und lernte in Venedig. Er gehörte zu den Malern, die man die Tenebrosi nennt, die Dunklen. Sie bauten ihre Bilder aus muskulösen Körpern, die hartes Licht aus tiefem Schatten reißt. Aufträge kamen aus ganz Norditalien, von Bergamo bis Verona, und in den 1670er Jahren schickte er Gemälde nach München, an den bayerischen Hof und für die dortige Theatinerkirche.

In den 1680er Jahren wurden seine Farben wärmer und seine Kontraste weicher. 1703, mit 71 Jahren, malte er ein Deckenbild für das Patriarchalseminar in Venedig, und er starb 1722 in der Stadt, im Alter von 90 Jahren.

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Werke

1 Werk