Alexandros von Antiochia zugeschrieben
Antikes Griechenland · hellenistische Kunst
Die Geschichte
Alles, was man über diesen Bildhauer weiß, stammt von einem Marmorblock, den es nicht mehr gibt. Er wurde 1820 auf Milos zusammen mit der Venus von Milo gefunden und trug eine abgebrochene griechische Zeile: „…andros, Sohn des Menides, aus Antiochia am Mäander, hat es gemacht“. Antiochia am Mäander war eine griechische Stadt in einem Flusstal landeinwärts der Ägäisküste der heutigen Türkei.
Der Block kam mit der Statue nach Paris, und ein junger Künstler, Auguste Debay, zeichnete ihn dort. Bald danach verschwand er und ist nie wieder aufgetaucht. Die Form der Buchstaben deutete auf eine Zeit lange nach Praxiteles, dem Meister der Klassik, dem man in Paris die Venus gern zugeschrieben hätte. Oft wurde vermutet, der Stein sei deshalb stillschweigend beiseitegeschafft worden. Bewiesen hat das niemand.
Die ersten Buchstaben fehlten schon damals. „Alexandros“ ist eine moderne Ergänzung, und Debays Zeichnung lässt auch andere Namen zu, etwa Hagesandros. Der Louvre nennt für die Venus keinen Bildhauer, und manche Forscher bezweifeln, dass der Block überhaupt zu ihr gehörte. Der Name des Vaters, Menides, kommt in keiner anderen heute bekannten griechischen Inschrift vor.
