
Venus von Milo
Details
Die Geschichte
Welche Göttin hier steht, war lange offen. Die Arme fehlen, und mit ihnen alles, was sie in den Händen gehalten hat. Nahe der Fundstelle lagen allerdings ein Armfragment und eine Hand mit einem Apfel, dem Attribut der Aphrodite. Deshalb gilt sie heute meist als Liebesgöttin, auch wenn manche an Amphitrite dachten, eine Meeresgöttin, die auf Milos verehrt wurde. Ob Hand und Arm überhaupt zu ihr gehören, ist bis heute umstritten.
Gefunden hat sie ein Bauer am 8. April 1820 auf Milos, das damals zum Osmanischen Reich gehörte, beim Umgraben eines Feldes nahe den Ruinen der antiken Stadt. Für Frankreich kam der Fund zur rechten Zeit. Fünf Jahre zuvor, nach Napoleons Sturz, hatte der Louvre die Mediceische Venus nach Florenz zurückgeben müssen, damals wohl die berühmteste antike Statue Europas. Der Marquis de Rivière, französischer Botschafter bei der Hohen Pforte, erwarb die neue Venus und schenkte sie König Ludwig XVIII., der sie 1821 dem Louvre übergab. Neue Arme bekam sie dort bewusst nicht.
Gearbeitet wurde sie im 2. Jahrhundert vor Christus aus zwei Blöcken parischen Marmors. Die Fuge verläuft über den Hüften und verschwindet in den Falten des Gewands.
