Vittore Carpaccio zugeschrieben
Republik Venedig · Renaissance, Venezianische Schule
Die Geschichte
»Vittore Carpaccio zugeschrieben« ist die Bezeichnung, die ein Museum verwendet, wenn seine Fachleute ein Bild für wahrscheinlich eigenhändig halten, ohne dass eine Signatur, ein Dokument oder ein gefestigter Konsens es beweist. Sie behauptet mehr als »Werkstatt des Carpaccio«, was das Bild seinen Gehilfen gäbe, und weniger als eine schlichte Zuschreibung an ihn.
Besonders heikel sind Bildnisse. Carpaccio machte sich mit großen erzählenden Bildern für die Bruderschaften Venedigs einen Namen, und Porträts, die sicher von ihm stammen, sind selten. Der festeste Anhaltspunkt ist der Junge Ritter in einer Landschaft im Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, signiert und 1510 datiert. Andere venezianische Bildnisse seiner Zeit sind seinem Namen zugeordnet und wieder abgesprochen worden, je nachdem, wie Forscher ihre Gesichter mit den Menschenmengen seiner Erzählbilder verglichen.
Auch die eigene Familie macht es nicht leichter. Sein Sohn Benedetto arbeitete etwa ab 1515 an seiner Seite, erbte seine Zeichnungen und ließ sich um 1540 in Capodistria nieder, dem heutigen Koper in Slowenien, wo er die Kirchen Istriens weiter mit Bildern in der Manier des Vaters belieferte.


