
Porträt einer Dame (Cassandra Fedele?)
Details
Die Geschichte
Wer um 1500 in Venedig Schmuck trug, bewegte sich in einem rechtlich genau abgesteckten Rahmen. Die Kleiderordnungen der Republik schrieben vor, dass eine Halskette eng am Hals zu liegen hatte und nicht tiefer. Perlen galten als Zeichen der Keuschheit Mariens und waren Kurtisanen ebenso verboten wie Frauen, die nicht dem Adel angehörten. Der Schmuck auf dieser kleinen Holztafel ist deshalb fast so aussagekräftig wie eine Urkunde. Am Hals der jungen Frau liegt ein Band aus großen Perlen, darunter hängen Schlingen einer schweren Silberkette. Auf Vittore Carpaccios berühmtem Bild „Zwei venezianische Damen“ im Museo Correr sind genau diese beiden Kettenarten auf zwei Frauen verteilt. Man hielt sie lange für Kurtisanen, bis gerade ihr Geschmeide sie als ehrbare Ehefrauen auswies. Das Bildnis hier wird Carpaccio nur zugeschrieben und um 1499 bis 1500 datiert. Die junge Frau trägt beide Ketten zugleich.

