Ferdinand Hart Nibbrig
1866–1915 · Niederlande · Luminismus, Pointillismus
Die Geschichte
Im Paris der späten 1880er Jahre stieß ein junger Amsterdamer Maler namens Ferdinand Hart Nibbrig auf die beiden Einflüsse, die seinen Weg bestimmten: das Werk Vincent van Goghs, eines erst kurz zuvor verstorbenen Landsmanns, und die getüpfelten Leinwände von Georges Seurat, dem Franzosen, der seine Bilder aus winzigen Punkten reiner Farbe aufbaute. Nibbrig kehrte als Anhänger dieser pointillistischen Methode heim, wandte sie aber nie streng an und löste die Punkte stets wieder in freiere, impressionistische Striche auf.
Was seine Palette wirklich verwandelte, lag näher. Um 1892 entdeckte er die Blumenzwiebelfelder bei Hillegom und Bennebroek, die breiten Blöcke aus Tulpen und Hyazinthen, die den niederländischen Frühling in flache Farbbänder verwandeln, und seine Malerei wurde heller und lichterfüllt. 1894 ließ er sich in Laren nieder, dem Künstlerdorf östlich von Amsterdam, wo lichte Landschaften und Ansichten des Ortes entstanden.
Er hatte an der Rijksakademie in Amsterdam und kurz an der Académie Julian in Paris studiert. Heute zählt er zu den ersten Malern, die den Luminismus, jene hell gestimmte Leuchtkraft, in die niederländische Kunst brachten. Er starb 1915 in Laren, noch nicht 50 Jahre alt.
