François Boucher

François Boucher

1703–1770 · Frankreich · Rokoko


Die Geschichte

1745 wurde eine noch keine 30 Jahre alte Marquise zu Ludwigs XV. engster Gefährtin in Versailles, und binnen weniger Jahre hatte sie einen Pariser Maler namens François Boucher zum Geschmack eines ganzen Hofes gemacht. Jeanne-Antoinette Poisson, der Geschichte als Madame de Pompadour bekannt, saß Boucher wieder und wieder Modell und ernannte ihn 1751 zu ihrem persönlichen Zeichenlehrer. Er dankte es ihr, indem er Versailles genau die Stimmung gab, die es haben wollte, pausbäckige Amoretten, rosawangige Schäferinnen, mythologische Szenen ohne jedes moralische Gewicht, das die alten Historienmaler verlangt hatten.

Boucher hatte bei einem Watteau nahestehenden Kupferstecher gelernt und Zeit in Rom verbracht, ehe er sich in einer Pariser Werkstatt niederließ, die ein erstaunliches Arbeitspensum bewältigte: Tapisserieentwürfe für die Manufakturen der Gobelins und von Beauvais, Opernbühnenbilder, Porzellanmuster, dazu die Gemälde. 1765 machte ihn der König zum Premier Peintre, dem höchsten Hofamt, und zum Direktor der Königlichen Akademie.

Als er 1770 starb, wandelte sich der Geschmack bereits. Eine neue Generation, angeführt von seinem eigenen früheren Schüler Jean-Baptiste Greuze und später von Jacques-Louis David, verwarf seine Leichtigkeit als eben jene Dekadenz, die die kommende Revolution verurteilen würde. Seine Bildnisse der Madame de Pompadour aber hängen bis heute in der Wallace Collection in London und der National Gallery of Scotland, genau auf die Jahre datiert, in denen sie das künstlerische Leben Frankreichs prägte.

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